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Rathaus Nimwegen
Als Erinnerung an meine Anwesenheit habe ich Aufschichtungen von Steinen gemacht. Bei meiner jährlichen Rückkehr - wie eine Wallfahrt – zu diesen Totems, Monumenten wird die Verwitterung sichtbar und ich kann sehen und dokumentieren in wieweit die Formen durch Mensch, Tier und Verwitterung verändert sind.
In derselben Absicht habe ich Zeichnungen in Acryl auf Felswände gesetzt, die im Laufe der Jahre verschwimmen.
Ich finde jedesmal meine Zeichnungen in der Landschaft wieder zurück. Dadurch wird die Landschaft mein. Via die Bäche Steinbach und Sauer kommt das Verwitterungsmaterial in den Rhein und strömt Richtung Nordsee. Ein Grossteil des Wassers fliesst an Nimwegen vorbei.
Mein Eingriff in diesen ewigdauernden und unendlichen Prozess ist der Transport von Steinen und Sand hin zu meinem Atelier. Nun liegt es dort als bildendes Material, wird jedoch zurückgegeben an das Wasser, um seinen Weg fortzusetzen.
Meine räumliche Arbeit ist abgeleitet von den natürlichen Prozessen in den Vogesen. Auch Fels und Stein verwittert, auch wenn beide mehr Widerstand bieten. Der Angriff der Elemente und die relative Härte des Gesteins ergeben ein Spannungsfeld. Schliesslich wird das Gestein bersten und verpulveren. In meinen Objekten wird diese Spannung ausgedrückt: im ersten Eindruck ist das Gestein robust, stark…bei näherer Betrachtung erscheint es zerbrechlich, nicht ewig.
Auf dem Wege von den Nord-Vogesen zur See befinde ich mich irgendwo. Das Wasser strömt vorbei und ich setze Zeichen auf Papier, so wie der Mensch auch Zeichen in der Landschaft zurücklässt.
Risse und Linien im Gestein und auch Vertikale die der Mensch in die Landschaft setzt als Zeichen seines Eigentums: Pfähle, Gitter, der Fahnenmast auf dem Mond bilden die Basis der Inspiration für die Bilder.
Vergänglichkeit der Dinge ist schon lange mein Thema.
Oder, wie der elsässische Künstler Sébastien Stosskopff 1641 zu seinem Gemälde “La Grande Vanité “ dichtete:
Die Welt und all ihr Thun verdirbet